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Die Nacht von Valognes
Schauspiel von Eric-Emmanuel Schmitt
Deutsch von Peter Stephan Jungk
7 D, 3 H, 1 Dek.

Mit diesem ersten Bühnenwerk, das 1991 in Paris uraufgeführt wurde, startete Eric-Emmanuel Schmitt seine überaus erfolgreiche Karriere als Theaterautor, die ihn in der Folgezeit weltweit zu einem der meist gespielten Dramatiker machte.

Frankreich im achtzehnten Jahrhundert: In einer stürmischen Nacht versammeln sich fünf sehr unterschiedliche Frauen in einem abgelegenen Schloss in der Normandie. Eine Comtesse aus der Pariser Gesellschaft, eine Nonne, eine Autorin von Liebesromanen und eine Bürgerliche treffen nacheinander ein, gerufen von der Hausherrin, der Duchesse de Vaubricourt. Ihre einzige Gemeinsamkeit ist die, dass sie alle ehemalige Opfer von Don Juan sind, die die Gelegenheit zur Rache nutzen wollen. Denn die Duchesse hat auch Don Juan geladen und schlägt vor, ihm den Prozess zu machen. Eines der jüngsten Opfer des Frauenhelden ist nämlich ihre Patentochter Angélique, die seitdem liebeskrank dahinsiecht. Das Urteil für Don Juan lautet: entweder heiratet er Angélique oder man sorgt dafür, dass er im Gefängnis landet.
Zur großen Überraschung der Frauen stimmt Don Juan der Heirat sofort zu. Was ist geschehen? Sollte das Leben dem Don Juan bereits den Prozess gemacht haben? Ist sein Mythos zu Ende?
Eric-Emmanuel Schmitt schreibt über seinen Titelhelden: "Das Leben des Don Juan dreht sich um Sex, ohne dass er je verstanden hätte, worum es beim Sex wirklich geht. Er sieht im Sex nur die egozentrische Erfüllung seiner Begierden und bemerkt dabei nicht die Türen, die er öffnen könnte und die ihn zur Sinnlichkeit führen könnten, zu einer gemeinsamen Lust, einem anderen Menschen und zu Gefühlen.
Obwohl Don Juan immer in Bewegung ist, bewegt er sich nur im Kreis. Nur seinen Begierden folgend, ist er verurteilt zur endlosen Erschöpfung. Sein Abenteuerleben ist sinnlos und monoton geworden."

05.03.2010