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HANNAHS DÄMON ein Stück über Hannah Arendt und Martin Heidegger von Antoine Rault
2 D, 2 H, Simultandekoration
Frei zur Deutschsprachigen Erstaufführung

Die Uraufführung des Stück in der Comédie des Champs Elysées in Paris wurde für den renommierten diesjährigen "GLOBE DES CRISTAL" nominiert.

Seit seinem 2005 im Théâtre Montparnasse uraufgeführten Stück "Le caiman" und seinem 2008 im selben Theater uraufgeführten Stück "Le diable rouge" (beide Stücke mit dem französischen Theaterstar Claude Rich in den Titelrollen) gehört der 1965 geborene Autor Antoine Rault zu den interessantesten und erfolgreichsten französischen Dramatikern. Am 25. September 2009 erfolgte nun mit wiederum sehr großem Erfolg die Uraufführung seines neuesten Stückes "Le démon de Hannah" in der Comédie des Champs Elysées. In der Inszenierung von Michel Fagadau spielten Elsa Zylberstein, Didier Flamand, Josiane Stoléru und Jean-Marie Galey. Nach Louis Althusser (Le caiman) und Kardinal Mazarin (le diable rouge), sind es wiederum zwei große historische Persönlichkeiten, die Rault zum Inhalt seines neuen Stückes gewählt hat: Hannah Arendt und Martin Heidegger.

Martin Heidegger und Hannah Arendt zählen zu den größten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Sie haben sich leidenschaftlich geliebt. Die Geschichte hat sie getrennt. Ihre Liebe begann 1925. Er geht auf die Vierzig zu, er ist verheiratet, Vater von zwei Kindern, Professor für Philosophie an der Universität Marburg. Sie ist achtzehn Jahre alt, sie ist seine brillanteste Schülerin und Jüdin.
Nach Hitlers Aufstieg flieht sie aus Deutschland, während er sich für den Nationalsozialismus engagiert und Rektor der Universität Freiburg wird. Ein Jahr lang unterstützt er Hitler. Dann tritt er vom Rektorat zurück und spricht sich danach weder für ihn noch gegen in aus.
Raults Stück spielt am 7. Februar 1950. Nach Ende des Krieges hat Martin Heidegger Lehrverbot und lebt mit seiner Ehefrau Elfride zurückgezogen in seinem Haus in Freiburg. Hannah Arendt, die in New York ein neues Leben begonnen hat, kommt zum ersten Mal wieder nach Deutschland, nimmt zu Heidegger Kontakt auf und trifft sich am 7. Februar mit ihm für eine Nacht in einem Hotelzimmer in Freiburg.

Der große ungarische Schriftsteller Sandor Marai hat einmal geschrieben, "ein geliebtes Wesen wiederzusehen, ist wie in einem der Kriminalromane, wo man, wie von einem unwiderstehlichen Sog angezogen, an den Ort des Verbrechens zurückkehrt." Vielleicht ging es Hannah Arendt ebenso.

Auf alle Fälle nach achtzehn Jahren Schweigen - dazu an einem 7. Februar, genau dem Tag (wie ihre Briefe bezeugen) ihrer ersten Liebesnacht - haben sich Hannah und Martin wiedergesehen. Nur eine Nacht lang. Man weiß nicht, was in dieser Nacht zwischen den beiden geschehen ist. Was haben sie sich gesagt? Was kann Heidegger Hannah, die Rechenschaft von ihm für seine Haltung während der Nazidiktatur und sein Schweigen nach Ende des Krieges fordert, zu seiner Entschuldigung und Rechtfertigung vorbringen? Und was zwingt Hannah, ihren ehemaligen Geliebten wiederzusehen? Liebt sie ihn noch immer? Gelingt es Heidegger Hannah von seiner Unschuld zu überzeugen? Und akzeptiert sie es, sich überzeugen zu lassen? Wie gesagt, man weiß nicht, was in dieser Nacht geschehen ist. Doch aus ihren späteren Briefen weiß man, daß Hannah Heidegger - und das bis zu seinem Tod - verteidigt, ihn entschuldigt und dazu beigetragen hat, daß in Amerika sein gesamtes Werk übersetzt wurde.

Mit "Hannahs Dämon" gelang Antoine Rault ein höchst spannender und intelligenter Theatertext, in dem sich philosophische und politische Dialoge brillant mit sehr persönlichen und berührenden Geständnissen eines Liebespaares mischen, das der franzöische Philosoph Jacques Derrida mit Héloise und Abelar verglich.

13.10.2009