Malaguena von Roberta Skerl
Ein Stück über passive Sterbehilfe
Aus dem Italienischen von Franziska Bolli
1 D, 2 H, 1 Dek
Frei zur DSE
Die 1960 in Mailand geborenen Roberta Skerl lebt seit vielen Jahren in Rom. Sie erwarb ihr Diplom als Theaterautorin an der Staatlichen Theaterakademie Paolo Grassi und arbeitete lange Zeit als Autorin und fotografische Gestalterin. Ihre bekanntesten Theaterstücke sind "La Villa" (UA Theatro Manzoni, Rom)und "Scandale al sole" (UA beim Theaterfestival Borgio Verezzi). "Malaguena" ist ihre neueste Arbeit für das Theater und wurde im April 2010 im Teatro della Visitazione in Rom uraufgeführt und mit dem diesjährigen "Premio Mario Tobino" ausgezeichnet.
Filippo, Giovanni und Ninni sind seit ihrer gemeinsamen Zeit am Gymnasium befreundet und mittlerwiese um die Fünfzig. Filippo ist Arzt, ein faszinierender Single. Ganz bewusst und voller Gelassenheit lebt er allein, völlig auf seine Arbeit konzentriert. Giovanni ist Steuerberater, glücklich verheiratet und Vater dreier heranwachsender Töchter, die er über alles liebt, die ihn aber auch zur Verzweiflung bringen. Ninni ist eine schöne starke und autoritäre Frau, die eine gescheiterte Ehe hinter sich hat und zur Zeit zusammen mit Ihrem Bruder ihre an Alzheimer erkrankte Mutter betreut.
Die drei Freunde treffen sich regelmässig einmal im Monat zu einem Abendessen in Filippos Wohnung, um mal abzuschalten, nur sie drei, ohne Anhang. An diesem Abend jedoch geschieht etwas völlig Unerwartetes, das das Leben von allen drei Personen total aus dem Gleichgewicht bringen wird. Filippo hat erfahren, dass er Krebs hat und ihm nur noch wenig Zeit bleiben wird, und er möchte aus dem Leben scheiden, bevor es für ihn unzumutbar wird. Als Arzt weiss er, wie er vorzugehen hat, aber das erste Mal in seinem Leben will er nicht allein sein, und er bittet seine Freunde, ihm in den letzten Minuten beizustehen. Die beiden sind schockiert und weisen sein Ansinnen zuerst entrüstet zurück. Doch können sie ihrem langjährigen Freund diesen letzten Freundschaftbeweis verweigern?
Dieses heikle Thema der passiven Sterbehilfe wird von der Autorin mit sehr viel Sensibilität - und bei diesem Sujet überraschend - auch mit feinem Witz und Humor gestaltet. Gerade aber dadurch gelingt ihr ein packendes, anrührendes, unsentimentales und auch tröstliches Stück über dieses brisante Thema.
12.11.2010